Planungswahnsinn geht weiter
Planungs-Wahnsinn geht weiter - Feuerwehrhalle soll nun 1,9 Millionen Euro kosten!
Bei der Klausurtagung des Weingartener Gemeinderats am letzten Samstag wurde dem Gemeinderat mitgeteilt, dass für die geplante neue Feuerwehrhalle mittlerweile ein Angebot in Höhe von rund 1,9 Mio. Euro vorliegt.
Eine Zahl, die weitere Fragen aufwirft. Denn ursprünglich hatte der Gemeinderat beschlossen, dass sich die Gemeinde mit max. 200.000 Euro an der Installation des „Geschenks“ der Firma Kleiberit beteiligt. Die Halle sollte ursprünglich, wie das neue Wechselladerfahrzeug, von Kleiberit übernommen werden. Auf Grund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage hat Kleiberit aber dann den Betrag auf 400.000 Euro gedeckelt.
Den uns bisher genannten Kosten von insgesamt 600.000 Euro stehen nun auf einmal Gesamtkosten von ca. 1,9 Mio. Euro gegenüber. Eine Differenz von sage und schreibe ca. 1,3 Mio. Euro!
Wie konnte es zu einer solchen Entwicklung kommen? Seit wann sind Bürgermeister und Gemeindeverwaltung diese Kosten bekannt? Auf welcher Grundlage wurden die ursprünglichen bzw. letzten Beschlüsse gefasst? Und vor allem: Wer soll die zusätzlichen Kosten bezahlen?
Aus einer Fahrzeughalle wird ein Millionenprojekt
Ausgangspunkt war die Schenkung eines Wechselladerfahrzeugs durch die Firma Kleiberit an unsere Freiwillige Feuerwehr. Aus Sicht fachkundiger Bürger ist dieses Fahrzeug für eine Gemeinde unserer Größenordnung überdimensioniert, d. h. das Fahrzeug wurde eigentlich gar nicht benötigt.
Die notwendige Unterbringung des Fahrzeugs führte zur Planung einer neuen Feuerwehrhalle, die uns anfangs als Leichtbauweise „verkauft“ wurde. Doch damit nicht genug: Die Erweiterung des Feuerwehrstandortes hat unmittelbare Auswirkungen auf die Ringstraße, den Festplatz und einen möglichen Schulneubau.
Die geplante Schließung der Ringstraße für den Durchgangsverkehr macht eine neue Straßenführung erforderlich. Damit entstehen der Gemeinde weitere Kosten.
Was wird dieses Gesamtprojekt unsere Gemeinde am Ende tatsächlich kosten?
CDU-Fraktion forderte bereits frühzeitig ein Umdenken.
Bereits in unserer Stellungnahme zur Gemeinderatssitzung vom 21. September 2026 haben wir deutlich gemacht, dass dieses Projekt zunehmend ausufert und die verschiedenen Planungen rund um das Festplatzareal immer stärker miteinander kollidieren.
Deshalb haben wir als CDU-Fraktion bereits damals gefordert, bei diesem ausufernden Projekt einige Schritte zurückzugehen, die bisherigen Entscheidungen kritisch zu hinterfragen und die gesamte Planung nochmals auf den Prüfstand zu stellen.
Nicht ohne Grund hatten wir beantragt, den entsprechenden Tagesordnungspunkt abzusetzen und weitere Entscheidungen zunächst zurückzustellen.
Die nun bekannt gewordenen Kosten bestätigen unsere damaligen Bedenken und machen deutlich, wie dringend notwendig eine grundlegende Überprüfung des Vorhabens ist.
Wer übernimmt die Verantwortung?
Wir stellen ausdrücklich klar: Unsere Kritik richtet sich nicht gegen die Freiwillige Feuerwehr und ihre ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gemeinde.
Es muss aber erlaubt sein, die Dimensionierung eines Projekts, dessen finanzielle Auswirkungen und die damit verbundenen Entscheidungen kritisch zu hinterfragen.
Gerade angesichts der angespannten Haushaltslage unserer Gemeinde können wir es uns nicht leisten Projekte voranzutreiben, deren tatsächliche Gesamtkosten offenbar noch immer nicht vollständig transparent sind und die weitere Kosten nach sich ziehen.
Wir erwarten deshalb von der Gemeindeverwaltung eine klare Antwort auf drei zentrale Fragen: Seit wann sind die Hallenkosten von 1,9 Mio. Euro bekannt? Wie erklärt sich die erhebliche Differenz zu den bisher genannten Finanzierungsbeträgen? Und welche zusätzlichen Belastungen kommen auf die Gemeinde Weingarten noch zu?
Eine Schenkung darf am Ende nicht dazu führen, dass unsere Gemeinde mit finanziellen Verpflichtungen konfrontiert wird, deren Umfang bei den ursprünglichen Entscheidungen nicht ausreichend erkennbar war.
Es ist höchste Zeit, bei diesem Projekt innezuhalten, die Kosten vollständig offenzulegen und die weitere Planung auf eine solide finanzielle Grundlage zu stellen.