Stellungnahme zum Festplatz-Konzept

Stellungnahme der CDU-Fraktion Weingarten zum Festplatz-Konzept

Die Entscheidung rund um den Festplatz zeigt einmal mehr, wie aus einer ursprünglich gut gemeinten Einzelmaßnahme ein immer größer werdendes Gesamtproblem entstehen kann.

In der Gemeinderatssitzung am 18. Mai 2026 sollte über das Nutzungskonzept des Festplatzes entschieden werden. Die Verwaltung schlug vor, die Ringstraße künftig mitten durch den Festplatz zu verlegen, ausgelöst durch den Bau der neuen Feuerwehrhalle gegenüber dem bestehenden Feuerwehrhaus.

Für die CDU-Fraktion war früh klar: Eine solche Lösung darf nicht isoliert betrachtet werden. Denn mit Feuerwehrhalle, Parkflächen, Schulhausneubau und zusätzlicher Straßenführung wird der Festplatz Stück für Stück zugebaut und zerschnitten. Am Ende droht ein planerischer Flickenteppich, mit erheblichen Einschränkungen für die Zukunftsentwicklung unserer Gemeinde.

Besonders kritisch sehen wir die zusätzlichen Kosten von über 500.000 Euro allein für die neue Straßenführung. In Zeiten eines ohnehin massiv belasteten Haushalts ist es aus unserer Sicht nicht verantwortbar, weitere teure Provisorien zu schaffen, deren langfristiger Nutzen fraglich ist.

Hinzu kommt: Mit der geplanten Südumgehung der L559 und der Unterführung am Bahnübergang Häcker stehen ohnehin größere verkehrliche Veränderungen bevor. Umso unverständlicher ist es, warum jetzt mit großem Aufwand Fakten geschaffen werden sollen, deren Dauerhaftigkeit keineswegs gesichert ist.

Die CDU-Fraktion hat sich deshalb klar für eine vorläufige Umfahrung des Festplatzes ausgesprochen. Die ursprüngliche Beschlussvorlage der Verwaltung wurde folgerichtig mit 10:9 Stimmen abgelehnt. Dass anschließend dennoch eine provisorische Straßenführung mitten durch den Festplatz beschlossen wurde, ebenfalls nur mit denkbar knapper Mehrheit, zeigt, wie umstritten diese Entscheidung tatsächlich ist.

Besonders enttäuschend war für uns, dass ein alternativer Vorschlag zur Umfahrung des Festplatzes, wie ihn auch die CDU-Fraktion favorisierte, nicht mehr zur Abstimmung kam. Gerade bei einer derart weitreichenden Entscheidung wäre eine vollständige und faire Beratung aller Varianten zwingend notwendig gewesen.

Rückblickend muss man leider feststellen: Die Gemeinde hat sich mit der Annahme der Schenkung für Feuerwehrfahrzeug und Halle in eine Situation manövriert, deren Folgekosten und Auswirkungen offenbar unterschätzt wurden. Selbst Fachleute aus Feuerwehrkreisen weisen inzwischen darauf hin, dass Standort und Unterbringung stärker nach funktionalen Anforderungen hätten geplant werden müssen.

Für uns bleibt entscheidend: Der geplante Schulhausneubau darf nicht zum nächsten Opfer dieser Fehlentwicklungen werden. Wenn auf der verbleibenden Fläche von rund 10.000 Quadratmetern tatsächlich eine moderne und zukunftsfähige Schule entstehen soll, braucht es jetzt endlich klare Prioritäten, realistische Planungen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern.

Die CDU-Fraktion wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Weingarten keine kurzfristigen Notlösungen beschließt, sondern nachhaltige Entscheidungen für die Zukunft unserer Gemeinde trifft.

CDU-Fraktion